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Kritik: Ed Wood (USA 1994) – Die liebevolle Geschichte des Scheiterns
Drama, Filme, Filmkritiken, Komödie

Kritik: Ed Wood (USA 1994) – Die liebevolle Geschichte des Scheiterns

Wenn man eine Vision hat, dann muss man dafür kämpfen. Dass Tim Burton ein ganz großer und einzigartiger Regisseur unserer Zeit ist, hat er inzwischen oft genug bewiesen. Dieses Mal geht es mit ihm zusammen in das Jahr 1994, in dem Burton auf ein Neues seine Vielseitigkeit auf dem Regiestuhl bewies. Nach seinen düsteren Comicverfilmungen 'Batman' und 'Batmans Rückkehr' und dem wunderbaren Märchen 'Edward mit den Scherenhänden' nahm er sich 1994 der Biographie von Edward D. Wood Jr. an, dem „schlechtesten Regisseur aller Zeiten.“ Mit viel Feingefühl und Stilsicherheit inszenierte er mit 'Ed Wood' eine besondere Hommage an das Kino und setzte dem nie ernstgenommenen Regisseur ein tolles Denkmal. Ed Wood lebt für das Filmgeschäft. Doch seine Talentlosigkeit steht ihm leider im Weg, um wir...
Kritik: Planet der Affen (USA 2001) – Tim Burtons größte Enttäuschung
Filme, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Planet der Affen (USA 2001) – Tim Burtons größte Enttäuschung

Alles in der menschlichen Kultur spielt sich unterhalb der Gürtellinie ab. Wenn von einem Klassiker ein Remake gedreht wird, dann geht erst mal ein unüberhörbares Raunen durch die gesamte Filmwelt. Verständlicherweise, denn so manches dieser Remakes hätte man sich milde gesagt wirklich sparen können. Unumgänglich erscheinen sie trotzdem und man muss sich einfach ansehen, wie die neue Variante dieses geliebten Klassikers geworden ist. 2001 kam es dann auch dazu, das 'Planet der Affen' wieder den Weg in die Kinos fand. Mit Tim Burton auf dem Regiestuhl, hatte man sich nicht nur einen fähigen Mann gesichert, sondern einen wahren Könner. Doch bei fast jedem Regisseur kommt einmal die Zeit, in der er eine heftige Bauchlandung macht und nicht nur seine eigenen Fans, sondern auch sich selbst e...
Drama, Filmkritiken

Kritik: Good Will Hunting (USA 1997) – Ein Genie zwischen Mathematik und Liebe

You're not perfect, sport, and let me save you the suspense: this girl you've met, she's not perfect either. But the question is whether or not you're perfect for each other. Der Traum von Unendlichkeit: Manche brauchen dafür nicht einmal ihre Augen schließen und sind mittendrin, während andere ihm Zeit ihres Lebens hinterher eifern und infolgedessen unter ihm begraben werden. Good Will Hunting berichtet von beiden Segmenten, um seinen Fokus aber auf eine weitere Möglichkeit zu legen, die sich quasi zwischen alle Stühle setzt: Will Hunting (Matt Damon) nämlich könnte sich durch sein kognitives Vermögen problemlos für die Nachwelt unsterblich machen. Er könnte nicht nur das Titelplatt renommierter Zeitschriften zieren, ihm würden ganze Bücher gewidmet, Kapitel in Geschichtsbüchern würden...
Kritik: Catch Me If You Can (USA 2002)
Filme, Filmkritiken, Heimkino

Kritik: Catch Me If You Can (USA 2002)

Frank, look. Nobody's chasing you. Man hatte die Hoffnungen ja schon irgendwie aufgegeben, dass Steven Spielberg mal wieder Interesse daran zeigt, das Herz der Zuschauer in den Sälen der Lichtspielhäuser in den höchsten Tönen schlagen zu lassen. Sein Eskapismus war nicht mehr locker-leicht konzipiert, er war von einer entsättigten Düsternis gezeichnet, die den Kleinen der Familie konsequent den Riegel vorschob: Auf „Schindlers Liste“ folge das Sklaven-Drama „Amistad“, nach „Der Soldat James Ryan“ kam die hervorragende Dystopie „Minority Report“. Zwischendurch durfte zwar „A.I. - Künstliche Intelligenz“ noch einmal etwas Magie versprühen, doch von dem federleichten Gestus eines „E.T. - Der Außerirdische“, „Jurassic Park“ oder der „Indiana Jones“-Trilogie waren seine Werke bis zum Jahre 2...
Filmkritiken

"The Woman" (2011) Kritik – Feministische Urgewalt

Wird man heutzutage nur noch von Hollywoodremakes alter, für die Jugend vielleicht zu alter, Horrorklassiker "bestraft" und durchgehend von nie enden wollender Franchise-Vergewaltigungen genervt, bekommt man mit THE WOMAN einen originären und ungemein interessanten, sowie brettharten Schocker geboten. Im Kern dreht sich die Geschichte um die Familie Cleek, dessen Vater eine wilde unzivilisierte Frau im Wald beim Jagen fängt und in seinem Keller gefangen hält, um sie der Gesellschaft anzupassen. Die (scheinbar) heile Familie wird in das "Projekt" einbezogen und soll helfen die Frau zu "entwildern". Doch die Menschenfleisch fressende Frau scheint nicht das einzige Problem der Cleeks zu sein… Die Handlung erscheint grotesk. Und das ist sie durchaus: Ständig muss sich der Zuschauer mit Fragen...
Filmkritiken

"Shame" (GB 2011) Kritik – Im Schatten der Sucht

Autor: Pascal Reis „We're not bad people. We just come from a bad place.“ Immer wieder hat er, Brandon (Michael Fassbender), es seiner Schwester, Sissy (Carey Mulligan) versprochen, zu einem ihrer Auftritte zu kommen – Und immer wieder hat er sie enttäuschen müssen. Nicht jedoch diesen Abend, hat sich seine Schwester doch nach einigen unbeantworteten Nachrichten auf dem Anrufbeantworter in einem Appartement einquartiert. Zusammen mit seinem Kumpel und Chef David (James Badge Dales), der es mit der Treue nicht ganz so eng sieht, frequentiert er die Bar, in der seine Sissy eine faszinierende Neuinterpretation des Frank Sinatra Klassiker „New York, New York“ zum Besten gibt. Fragiler hat man die Zeilen dieses Liedes noch über keine Lippen kommen hören, und wie uns „Shame“ später v...
Mission: Impossible 4 – Phantom Protokoll (USA 2011) Kritik – Tom Cruise lädt zum Blockbuster des Jahres
Action, Filmkritiken

Mission: Impossible 4 – Phantom Protokoll (USA 2011) Kritik – Tom Cruise lädt zum Blockbuster des Jahres

Mission accomplished! Auch der vierte Teil des "Mission: Impossible"-Franchises macht seinem Namen wieder alle Ehre. Die aberwitzige Action, eine übertrieben unrealistische Story, aber besonders das hohe Tempo und die Kreativität des Regisseurs machen das neueste Agentenabenteuer an Ethan Hunts Seite zum Blockbuster des Jahres. Gerade eben wurde Ethan Hunt (Tom Cruise) aus einem Gefängnis befreit und schon wartet der nächste Auftrag im Namen des IMF auf ihn. Innerhalb kürzester Zeit soll er sich und seinem Team Zugang in den Moskauer Kreml verschaffen, um an geheime Informationen zu gelangen. Die Aktion entpuppt sich allerdings bald als Hinterhalt. Gerade, als Hunt es gelingt, das Regierungsgebäude heil zu verlassen, geht dieses in die Luft. Die Schuld wird seinem Team und damit dem ga...
Filmkritiken

"Die Verdammten des Krieges" (USA 1989) Kritik – Zwischen Moral und Pflicht

Autor: Pascal Reis „Diese Männer haben Scheiße gebaut. Aber wenn Sie jetzt formell gegen sie Anzeige erstatten, ist dem Mädchen damit in irgendeiner Weise geholfen?“ Brian DePalma's 'Die Verdammten des Krieges' von 1989 basiert auf einem wahren Vorfall während des Vietnamkrieges im Jahr 1966. Ein emotionales Meisterwerk über ein moralisches Dilemma während des Krieges. In 'Die Verdammten des Krieges' geht es um den Frischling Eriksson der einem Trupp angehört, der eine junge Vietnamesin entführt und nacheinander vergewaltigt. Eriksson fühlt die meisten Schuldgefühle, obwohl er das Mädchen als einziger nicht vergewaltigt hat. Die Hauptrollen des Films übernehmen Michael J. Fox und Sean Penn. Fox spielt den unerfahrenen, warmherzigen von Schuldgefühlen geplagten und mehr und mehr traumati...
Kritik: Kleine wahre Lügen (FR 2010) – Der Ensemblefilm des Jahres
Filme, Filmkritiken, Französischer Film, Komödie

Kritik: Kleine wahre Lügen (FR 2010) – Der Ensemblefilm des Jahres

Mit 5,3 Millionen Kinobesuchern ist 'Les petits mouchoirs' nach 'Harry Potter und die Heiligtümer des Todes' 2010 der zweiterfolgreichste Film in den französischen Kinos gewesen. Dass Quantität nicht gleich Qualität verspricht, ist nichts Neues. 'Les Petits Mouchoirs' ist meiner Meinung nach jedoch eine der wenigen Ausnahmen, ein kleines Meisterwerk der Emotionen, des Humors und der Authentizität. Alles fängt scheinbar harmlos auf einer Party in Paris an. Ein Mann tanzt, vergnügt sich und fährt schließlich zu Tagesanbruch nach Hause. Ehe er sich versieht, kommt sein Schicksalsschlag. Was diesem Ereignis folgt, ist eine wunderschön erzählt Geschichte über Lebensentscheidungen, Lügen, Freundschaft, Urlaub, kurz gesagt das Leben. Eine solche Geschichte lebensnah zu erzählen, ist nicht einfac...
Klassiker-Tipp der Woche: Der Pate (USA 1972)
Drama, Filme, Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche: Der Pate (USA 1972)

"In der großen, weiten Welt gibt es keinen besseren Film. Ende der Diskussion." Das wäre eine Möglichkeit dem größten Mafiadrama der Filmgeschichte gerecht zu werden. Das erklärt jedoch noch lange nicht, warum ich dieses Mammut-Werk als meinen Lieblingsfilm definiere. Denn er ist für mich viel mehr als nur DER beste Film aller Zeiten. Irgendwie muss sich Francis Ford Coppolas Vermächtnis in Worte fassen lassen, ohne dass Lobeshymnen die Oberhand gewinnen oder der Kommentar zu einer reinen Inhaltsangabe verkommt?! Verzweifelt suchte ich also nach einem Ausdruck oder einem Satz, der meinem Lieblingsfilm gerecht werden könnte. Gefunden habe ich keinen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie lange Coppola wohl an seiner Exposition hantiert haben muss, bis sie zu der meiner Meinung nach legen...