Im Kino

Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire
Aktuelle Filmnews, Festival de Cannes, Filmkritiken, Horror, Im Kino, Western

Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 16. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "It will value your life. You should think twice." Der Regisseur von Hereditary und Midsommar ist zurück - und mit Eddington liefert Ari Aster sein bisher kompromisslosestes Werk, das erstmals auch wirkliche politische Sprengkraft entfaltet. Inmitten der glamourösen Kulisse von Cannes 2025 sorgt der Film prompt beim Einsetzen der Credits für hitzige Debatten. Eddington ist ein wuchtiger, verstörender Abstieg in die Abgründe von Fanatismus, Macht, Manipulation und Ideologie - getragen von Asters unverkennbarem Gespür für psychologischen Terror und gesellschaftliche Zerrüttung. Wer dachte, Aster hätte mit Midsommar das Maximum an emotionale...
Kritik zu „The Running Man“: Eine gelungene Neuverfilmung?
Action, Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Im Kino, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „The Running Man“: Eine gelungene Neuverfilmung?

Kritik von Philippe Paturel Eine gelungene Neuverfilmung: The Running Man von Edgar Wright Die Zukunft des Fernsehens ist grausam: In der Show „The Running Man“ werden Menschen zu Spielfiguren in einem makabren Wettlauf ums Überleben. Profikiller jagen sie für den Nervenkitzel der Massen, und Millionen Zuschauer verfolgen jeden Schuss, jeden Schrei – live, ungefiltert und voller Begeisterung. Dafür wartet auf die Teilnehmer*innen am Ende der 30-tägigen Challenge ein stolzes Preisgeld. Die Krux an der Sache ist: Bisher hat noch niemand diese 30 Tage überlebt. Dieser dystopischen Welt nach Stephen King hat sich nun Edgar Wright angenommen, der damit nach Filmen wie Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt und Baby Driver erneut ein adrenalingetränktes Spektakel auffährt. Zw...
Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung
Abenteuer, Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Horror, Im Kino, La Biennale di Venezia, Netflix, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung von Mary Shelleys Literaturklassiker: Frankenstein von Guillermo del Toro Als ein Symbol über Menschenversuche und Kontrollverlust begleiten Frankenstein und die von ihm erschaffene Kreatur schon gefühlt seit Ewigkeiten die Welt - immerhin erschien Mary Shelleys Literaturklassiker bereits vor 207 Jahren. 1910 entstand die erste gleichnamige Kurzverfilmung - der erste Versuch, den Stoff erzählerisch anzupassen und stilistisch zu gestalten. 1931 folgte James Whales erste große Kinoversion, die sich im kollektiven Bewusstsein fest verankerte. Noch nachhaltiger wirkte jedoch die Fortsetzung vier Jahre später, ebenfalls unter seiner Regie: Frankensteins B...
Kritik zu „Kontinental ’25“: inklusive Interview mit Eszter Tompa
Aktuelle Filmnews, Berlinale, Drama, Filmkritiken, Im Kino, Interviews, Komödie

Kritik zu „Kontinental ’25“: inklusive Interview mit Eszter Tompa

Hendrik Warnke hat im Rahmen der Berlinale 2025 mit Eszter Tompa gesprochen und diese Kritik verfasst. Vier Jahre nach dem Gewinn des Goldenen Bären ist Radu Jude zurück auf der Berlinale. Wie eigentlich immer bei ihm ist auch Kontinental ’25 ein großer Rundumschlag gegen den gesellschaftlichen Status Quo, insbesondere in Rumänien. Soziale Ungerechtigkeit, Nationalismus und moralischer Relativismus sind nur einige Themen, die dabei angesprochen werden. Aber der Reihe nach. Der Film folgt vor allem Orsolya, einer Gerichtsvollzieherin in Cluj-Napoca, der größten Stadt Transsylvaniens. Ihr Leben stellt sich auf den Kopf, als es bei einer Hausräumung, die sie verantwortet, zu einer Tragödie kommt. Von Schuld geplagt, versucht Orsolya auf verschiedene Weisen ihr Gewissen zu beruhigen und...
Kritik: Blutgericht in Texas (USA 1974) – The Texas Chainsaw Massacre
Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Horror, Im Kino

Kritik: Blutgericht in Texas (USA 1974) – The Texas Chainsaw Massacre

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher "The film which you are about to see is an account of the tragedy which befell a group of five youths, in particular Sally Hardesty and her invalid brother, Franklin. It is all the more tragic in that they were young." „A vile piece of sick crap” – so beschrieb das Harper’s Magazine Tobe Hoopers berühmten Horrorfilm The Texas Chainsaw Massacre (1974, dt. Titel "Blutgericht in Texas"), der doch im eigentlichen Sinne kein Gore-Film ist: Der im Dokumentarstil gehaltene Film versetzt fünf Jugendliche, die in Texas unterwegs sind, in einen schrecklichen Albtraum. Die Gruppe von Freunden, die auf dem Weg zu einem Familienbesuch sind, stößt auf eine grausame Familie, die scheinbar grundlos Jagd auf sie macht und von dem berüchtigten Mörder Leatherface an...
Kritik: Megalopolis (USA 2024) – Bis dass der Film reißt
Aktuelle Filmnews, Festival de Cannes, Filmkritiken, Im Kino, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Megalopolis (USA 2024) – Bis dass der Film reißt

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher - erstmals zu lesen am 17. Mai 2024 – gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – I will not let time have dominion over my thoughts. Megalopolis – allein der Titel drängt auf die Superlative, die Überwältigung, den Exzess. Die Gigantomanie, die Francis Ford Coppola in seinem neuen Film betreibt, scheidet in Cannes die Geister. Alles an diesem Film deutet auf die grenzenlose kreative Freiheit, die Coppola sich für dieses Herzensprojekt erarbeitet hat. Seine eigene Produktionsgesellschaft American Zootrope kam für diesen Film auf, den Coppola rund vierzig Jahre lang erträumt hat, aber nie angehen konnte. Die umständliche Produktionsgeschichte dieses Films hat im Laufe der Zeit einen übergroßen Charakter angenommen – beisp...
Kritik: Mars Express (FR 2023)
Aktuelle Filmnews, Animation, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film, Im Kino, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Mars Express (FR 2023)

Eine Gastkritik von Hendrik Warnke - erstmals zu lesen am 17. Oktober 2023 Es ist das Jahr 2200. Die Menschheit hat den Mars bevölkert, Staaten scheinen weitestgehend durch Konzerne ersetzt zu sein, bionische Erweiterungen des Körpers sowie künstliche Intelligenz stehen auf der Tagesordnung und wenn es finanziell mal knapp werden sollte, kann man einfach die eigene Gehirnkapazität vermieten – ein Traum. Was könnte so eine Gesellschaft nur ins Wanken bringen? Ach ja, Androiden, die auf einmal ihre Programmierung überschreiben und Amok laufen vielleicht. Mitten in diesem gesellschaftlichen Schnellkochtopf auf der Suche nach einer verschwundenen Robotics-Studentin finden sich Privatermittlerin Aline (Léa Drucker) und ihr Partner Carlos (Daniel Njo Lobé). Sie Alkoholikerin, er geschieden un...
Kritik: The Zone of Interest (USA, GB, PL 2023)
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Festivals, Filmkritiken, Im Kino

Kritik: The Zone of Interest (USA, GB, PL 2023)

Eine Gastkritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 76. Internationalen Filmfestspiele von Cannes, Kritik erstmals zu lesen am 25. Mai 2023 – Evil thrives on apathy and cannot exist without it. (Hannah Arendt) Wenige Filme habe ich in meinem Leben bisher gesehen, die durch Mark und Bein gingen und mir einen Teil meiner Seele raubten. Mother! von Darren Aronofsky, Lars von Triers The House That Jack Built oder Werke von Gaspar Noé fallen mir spontan zuerst ein. Zu denen gesellt sich jetzt ein weiterer, der auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere feierte: Jonathan Glazers The Zone of Interest. Überraschend kam dies jedoch nicht, als die Synopsis kurz überflogen wurde, welche sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Im Mittelpunkt der Handlung steht die Famil...
Kritik: The Holdovers (USA 2023)
Aktuelle Filmnews, Drama, Filmkritiken, Im Kino, Komödie

Kritik: The Holdovers (USA 2023)

Eine Gastkritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 3. Dezember 2023 Most of the kids dislike you, pretty much hate you. Alexander Paynes Opus magnum Sideways wird nächstes Jahr 20 Jahre alt. Eine Glanzleistung, die seine Nachfolger, angefangen mit The Descendants über Nebraska bis hin zu Downsizing, bis zum heutigen Tag überstrahlt. Vielleicht fehlte einfach nur Paul Giamatti – darüber lässt sich nur spekulieren. Erfreulicherweise lässt sich in Hinblick auf Paynes neues Werk sagen: The Holdovers, in dem die längst überfällige Wiedervereinigung zwischen Regisseur und Schauspieler zelebriert wird, knüpft genau dort an, wo Sideways aufhörte. Und wir bekommen einen Herzensfilm, der passend zur Weihnachtszeit angesetzt wurde. Nur schade, dass der deutsche Verleiher geschlafen hat und ...
Kritik: Wo die Lüge hinfällt (USA 2023)
Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Im Kino, Komödie

Kritik: Wo die Lüge hinfällt (USA 2023)

Eine Gastkritik von Michael Gasch They’re going to destroy our wedding. Wann gab es die letzte romantische Komödie, die mit Originalität, Cleverness und einem tollen Leinwandpaar für eine regelrechte Überraschung gesorgt hat? Jeder darf sich eingeladen fühlen, diese Frage für sich zu beantworten, da das Filmjahr 2024 in diesem Genre mit Wo die Lüge hinfällt eingeleitet wird. Auf den ersten Blick stehen die Zeichen für einen zumindest ansehnlichen Film nicht schlecht. Originalität wird schon vorhanden sein, man denke nur an die anderen Werke von Regisseur Will Gluck zurück, von denen zumindest Einfach zu haben mit Emma Stone und Freunde mit gewissen Vorzügen andere Konkurrenzproduktionen abgehängt haben. Beim Leinwandpaar bekommen wir dieses Mal Sydney Sweeney (Once Upon a Time... in Ho...