Schlagwort: Conrad Mildner

Kritik: Irrational Man (USA 2015)
Filme, Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: Irrational Man (USA 2015)

I wanted to be a world changer and I've ended up a passive intellectual who can't fuck. Wenn sich Anne Franks Familie auf deinem Dachboden verstecken würde und die Nazis an deine Tür schlagen und nach ihr fragen, wärst du laut Immanuel Kants berühmtem kategorischen Imperativ verpflichtet die Wahrheit zu sagen. Unfassbar, aber ein allgemein gültiges moralisches Gesetz kann nur funktionieren, wenn es ausnahmslos eingehalten wird, auch wenn es Personen begünstigt, die nicht richtig handeln. Das ist eine der analytischen Beobachtungen, die Abe Lucas (Joaquin Phoenix), seines Zeichens resignierter Utopist und trunksüchtiger Professor der Philosophie am Newport-College, seinen Studierenden schildert. Aber eine Ethik, die den Nazis hilft, kann doch nicht richtig sein, oder? Insoweit sind s...
Kritik: Ewige Jugend (CH/FR/GB/IT 2015)
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Kritik: Ewige Jugend (CH/FR/GB/IT 2015)

In my age getting in shape is merely a waste of time. Auf ein neues! Nachdem Italiens zurzeit künstlerisch erfolgreichster Regisseur Paolo Sorrentino vor vier Jahren mit Cheyenne – This Must Be the Place sein englischsprachiges Debüt gab, schien die filmische Rückkehr ins Heimatland nur verständlich. Der Erfolg blieb nicht aus. La Grande Bellezza - Die große Schönheit wurde auf Festivals gefeiert und heimste darüber hinaus auch noch den Oscar für den besten fremdsprachigen Film ein. Sorrentino-Liebling Toni Servillo spielte darin den erfolgsverwöhnten, wenn auch in die Jahre gekommenen Journalisten Jep Gambardella, der umgeben von der Dekadenz der römischen Oberschicht, versucht wieder einen Sinn in seinem Leben zu erkennen. Vielleicht hatte sich Sorrentino gedacht: Das kann ich noc...
Podcast: DPUDS #2 – Nolan hat Höhenangst
Der Perser und die Schwedin, Podcasts

Podcast: DPUDS #2 – Nolan hat Höhenangst

Endlich: Die zweite Folge von Der Perser und die Schwedin ist da! Diesmal reden wir über Mel Brooks' Hitchcock-Parodie High Anxiety und Christopher Nolans Debüt Following, stellen fest, was Kevin Smith und Christopher Nolan alles gemeinsam haben und präsentieren eine kleine Geschichte des Kunstbluts. Viel Spaß! Wir freuen uns sehr über Patreon-Unterstützung und iTunes-Reviews. Der Perser und die Schwedin bei iTunes. Der Perser und die Schwedin auf Facebook. Der Perser und die Schwedin bei Patreon.
Kritik: The Guest (USA 2014)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: The Guest (USA 2014)

Cold as ice, this face I see. Eisblaue Augen, Haare aus Beton und ein Körper wie ein Unterwäschemodel: Wer würde solch einen Adonis nicht in die eigenen vier Wände lassen? Regisseur Adam Wingard und Drehbuchautor Simon Barrett verdrehen kurzerhand die Vorzeichen ihres letzten Genrestreichs „You're Next“ und holen den „War on Terror“ zurück auf amerikanischen Boden, speziell ins Leben einer „typisch“ weißen Mittelklassefamilie. Dafür reichen Wingard und seinem Kameramann Robby Baumgartner auch nur ein paar Bilder, um den Film in Gang zu kriegen. Die Mutter verabschiedet Mann und Kinder, leicht abwesend. Einen Schwenk über alte Familienfotos später und wir verstehen die glasigen Augen von Mrs. Peterson (Sheila Kelley). Ihr Sohn Caleb ist im Nahen Osten gefallen und ohne es zu ahnen be...
Kritik: Inherent Vice (USA 2014)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Inherent Vice (USA 2014)

She came along the alley and up the back steps the way she always used to. Doc hadn't seen her for over a year. Nobody had. Back then it was always sandals, bottom half of a flower-print bikini, faded Country Joe & the Fish t-shirt. Tonight she was all in flatland gear, hair a lot shorter than he remembered, looking just like she swore she'd never look. Erich von Stroheim hat 1924 Frank Norris' Roman „McTeague“ angeblich Seite für Seite verfilmt. Heraus kam „Gier“. Der acht bis zehn stündige „Director's Cut“ ist bis heute verschollen, da das Studio Stroheims megalomanische Adaption radikal stutzte und verscharrte. Es existiert nur noch eine 239 minütige restaurierte Fassung. Auch Stanley Kubrick adaptierte gerne Literatur. „"If it can be written or thought, it can be filmed.“" s...
Neuer Podcast: DPUDS #1 – This is Spinal Tap vs. Prinzessin Mononoke
Der Perser und die Schwedin, Podcasts

Neuer Podcast: DPUDS #1 – This is Spinal Tap vs. Prinzessin Mononoke

Willkommen zum neuen Filmpodcast von Sebastian Moitzheim (Wasting Away) und mir. Wir lieben Filme – aber wir lieben nicht zwangsweise dieselben Filme. In Der Perser und die Schwedin zwingen wir uns gegenseitig zum Gucken unserer Lieblingsfilme. Ein Filmpodcast über Klassiker, Geheimtipps und das Gefühl, wenn man einem Freund einen Lieblingsfilm zeigt und der im entscheidenden Moment auf sein Smartphone guckt. In der ersten Folge unseres filmischen Austauschprogramms schauen wir die Kult-Mockumentary This is Spinal Tap und den Ghibli-Klassiker Prinzessin Mononoke. Wir reden über Hair-Metal, die veränderte Medienkompetenz der Zuschauer_innen und The Legend of Zelda. Natürlich würden wir uns auch bei diesem Podcast über iTunes-Reviews und/oder Patreon-Unterstützung freuen. Viel Spaß! ...
Podcast: Die Abspanner #11 – Interstellare Spotttölpel
Die Abspanner, Podcasts

Podcast: Die Abspanner #11 – Interstellare Spotttölpel

In wenigen Stunden geht das aktuelle Jahr zu ende. Ein hervorragender Zeitpunkt, um liegengebliebende Podcasts online zu stellen. Jan, unser Überraschungsgast Matthias Hopf (Das Film Feuilleton) und ich sprechen über heißersehnte Trailer, schöne Serien und die Blockbuster Interstellar und Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1. Viel Spaß! Inhalt: 000:00 - Diesmal ohne Mukke, gleich in die Vollen 001:33 - DVD-Schocks und TV-Serien 030:00 - Trailer-Time: A long, long time ago in a dino park far, far away 051:30 - Von Yeah bis Meh: Was wir sonst noch so gesehen haben 071:14 - Galaktisch: "Interstellar" von Christopher Nolan 115:00 - Propagandistisch: "Mockingjay Teil 1" Bei iTunes oder als RSS-Feed abonnieren!
Kritik: Magic in the Moonlight (USA 2014)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Magic in the Moonlight (USA 2014)

Sie ist doch ganz angenehm, Schwindlerin hin oder her. Vor ein paar Jahren, während meiner Ausbildung habe ich eine Zeit lang als Kameramann beim Großbetrügerprojekt „Astro TV“ gearbeitet. Es waren anstrengende Tage, an denen die Minuten wie Stunden vergingen und das Dauergelaber der selbsternannten Wahrsager_innen meinen Geist malträtierte. Natürlich war das alles großer Humbug. Das einzig echte an dieser Sendung waren die Anrufer_innen, meistens ältere Damen, die sich Glück, Arbeit und Geld für ihre Kinder und Kindeskinder wünschten. Das hatte etwas rührendes. Ich dachte mir immer: Ganz egal wie falsch diese Vorhersagen und vor allem die Abzocke dahinter auch sind, so ein wenig Trost spendeten die Worte der Schmalspurspiritist_innen dann doch. So auch wie Religionen das Unerträgli...
Kritik: Die Legende der Prinzessin Kaguya (JP 2013)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Die Legende der Prinzessin Kaguya (JP 2013)

In the end it’s not all good, but if one chooses to live, it is necessary to have hope. It is the only way of living. That is my message, and I hope that my films contribute to that message! - Isao Takahata Eigentlich gibt es genügend Gründe für deutsche Ghibli-Fans beherzt zum Sake zugreifen und anzustoßen, schaffte es doch nicht nur „Wie der Wind sich hebt“, der aktuelle Film von Altmeister Hayao Miyazaki, sondern nun auch die lang erwartete Märchenadaption „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ von Ghibli-Urgestein Isao Takahata (u.a. „Die letzten Glühwürmchen“) auf unsere Leinwände. Da der asiatische Film in den letzten Jahren vornehmlich außerhalb deutscher Kinos stattfand, gleicht es einem Wunder wie viele interessante und nicht unbedingt massenkompatible Produktionen es dieses ...