Heimkino

Kritik: Collateral (USA 2004) – Michael Manns L.A. Noir jetzt in 4K
DVD & Bluray, Kritiken, Thriller

Kritik: Collateral (USA 2004) – Michael Manns L.A. Noir jetzt in 4K

Max: Hey. Max: [stuttering] He, he, he fell on the cab. He fell, he fell from up there on the motherfucking cab. Shit. I think he's dead. Vincent: Good guess. Max: You killed him? Vincent: No, I shot him. Bullets and the fall killed him. Bei mir ist es nun so, dass ich nicht erst, seitdem ich den Klassiker Taxi Driver gesehen habe, auf intensive, minimalistische Dialoge während einer Taxifahrt stehe, die sich schon mal zehn Minuten oder länger ziehen können. Auch in Collateral bekommen wir im Stile des großen Filmklassikers eine fast zehnminütige Exposition aus Dialogen serviert, welche auf brillante Weise die beiden Hauptcharaktere und ihre gesellschaftlichen Hintergründe präsentiert. Die Rolle des träumenden Taxifahrers Max, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiss, habe ich ...
Komm und sieh (UdSSR 1985) – Elem Klimovs Antikriegsmeisterwerk erstmalig restauriert auf Blu-ray
DVD & Bluray, Kriegsfilm, Kritiken

Komm und sieh (UdSSR 1985) – Elem Klimovs Antikriegsmeisterwerk erstmalig restauriert auf Blu-ray

Here I am... here. I want to love... I want to have children... Do you hear?  Weißrussland, 1943: Fljora, noch mehr Kind als Jugendlicher, buddelt am Strand nach alten Gewehren, um endlich Partisan werden zu können. Als er fündig wird, lässt er sich trotz Flehens seiner Mutter rekrutieren und zieht stolz in den Kampf. Der kindliche Traum von Heldentaten und Abenteuer zerplatzt allerdings schon bei der Ankunft im Truppenlager, denn der Kommandant will ihn beim Einsatz nicht dabeihaben. Und so beginnt für ihn auf seinem Rückweg eine Odyssee, die ihn in nur wenigen Tagen mitten in die Hölle des Zweiten Weltkriegs führt. Elem Klimovs letzter Spielfilm, dessen Drehbuch von der sowjetischen Zensur wegen seiner angeblich zu schmutzigen und naturalistischen Ästhetik sieben Jahre blockiert wurd...
Kritik: Serpico (USA 1973) – Sidney Lumets brillanter Cop-Thriller jetzt in 4K
DVD & Bluray, Krimi, Kritiken, Thriller

Kritik: Serpico (USA 1973) – Sidney Lumets brillanter Cop-Thriller jetzt in 4K

Ach Frank, seien wir doch mal ehrlich. Wer traut schon einem Cop, der nicht bestechlich ist? Sidney Lumet zählte seiner Zeit zu den ganz großen Regisseuren, der die Erwartungen immer auf ganz eigenen Wegen umging und sich den Konventionen des Publikums nie beugen wollte. Er war sein eigener Herr und die Filme waren 100% Lumet. Sein Debütfilm Die zwölf Geschworenen* mit Henry Fonda und Montgomery Clift gilt längst als ewiger Klassiker und einer der Jahrhundertfilme. Schaut man sich seine weitere Filmografie an, fallen Namen wie Hundstage oder Network* auf, die sicher zu den besten Genrebeiträgen überhaupt zählen. Doch dann gibt es da noch einen anderen Film von Lumet, der ebenfalls in die Filmgeschichte einging und auch heute noch zu den besten Polizeifilmen überhaupt zählt: Serpico aus ...
Kritik: Außer Atem (FR 1960) – Godards Nouvelle Vague Meisterwerk jetzt in 4K
Drama, Französischer Film, Heimkino, Kritiken

Kritik: Außer Atem (FR 1960) – Godards Nouvelle Vague Meisterwerk jetzt in 4K

Nach was streben Sie in Ihrem Leben am meisten? - Nach Unsterblichkeit. Unsterblich werden und dann sterben. Was ist Liebe...? Eine Illusion? Ein nicht endender Dialog? Eine Strafe? Mit seinem ersten Werk in Spielfilmlänge schrieb Jean-Luc Godard 1960 Filmgeschichte. Seine Erzähltechnik mit Hilfe der Jump Cuts garantiert ein bis heute nur selten dagewesenes Tempo. Keine Sekunde scheint zu langweilen, kein Dialog überflüssig. Was allerdings wäre "À bout de souffle" ohne den um sein Leben spielenden Jean-Paul Belmondo und ohne Jean Seberg, die einen Charme und eine Präsenz an den Tag legen, welches ich bis heute kaum in dieser Ausprägung erlebt habe? Jean-Luc Godard liefert uns natürlich mehr als genug Gründe, warum man den Film auch hassen könnte. Erzählt "À bout de souffle" nur ei...
A Bittersweet Life – Einer der besten koreanischen Filme jetzt im limitierten Mediabook
Action, DVD & Bluray, Kritiken, Western

A Bittersweet Life – Einer der besten koreanischen Filme jetzt im limitierten Mediabook

One fine spring day a disciple looked at some branches blowing in the wind. He asked his master, “Master, are the branches moving or is it the wind?” Not even glancing to where his pupil was pointing the master smiled and said, “That which moves is neither the branches nor the wind. It’s your heart and mind.” Mit dem Actionballett A Bittersweet Life* hat sich der Koreaner Kim Ji-woon 2005 selbst ein Denkmal in der asiatischen Kinowelt und im Actiongenre gesetzt. Qualitativ konnte der Regisseur daran nur noch 2010 mit seinem umstrittenen Genremeisterwerk I Saw The Devil, sowie zwei Jahre vorher mit dem Eastern The Good, The Bad, The Weird anküpfen. Seitdem herrscht (abgesehen von seinem soliden US-Debüt The Last Stand mit Arnold Schwarzenegger) eine kreative Durststrecke beim ehemaligen ...
Kritik: Psycho (USA 1960) – Alfred Hitchcocks seelischer Konflikt jetzt in 4K
DVD & Bluray, Horror, Kritiken, Thriller

Kritik: Psycho (USA 1960) – Alfred Hitchcocks seelischer Konflikt jetzt in 4K

Der beste Freund eines Mannes ist seine Mutter. Was muss ein Regisseur leisten, um die Massen ins Kino zu locken und auch noch nach dem Tod ein großes Thema in der Filmwelt zu sein? Darauf lässt sich wohl schnell eine klare Antworte finden: Er muss ganz einfach gute Filme inszenieren, die auf sich aufmerksam machen und auch immer mit neuer Aufmerksamkeit geadelt werden können. Wobei man an dieser Stelle sagen muss, dass Wort "gut" viel zu simpel ist. Genauer gesagt muss dieser Regisseur zeitlose, visionäre und beeindruckende Werke auf die Welt loslassen, die auch nach unzähligen Jahren noch mit der gleichen Kraft packen und die Zuschauer einfach immer und immer wieder begeistern können. In diese Kategorie fallen sicher Filmemacher wie Stanley Kubrick, Ingmar Bergman und der Brite Alfred...
Kritik: Rambo (USA 1982) – Ein ewiger Krieg
Action, Amazon Prime, Kritiken

Kritik: Rambo (USA 1982) – Ein ewiger Krieg

Hören Sie auf! Oder Sie haben einen Krieg, den Sie nie begreifen werden. Mit dem Namen Rambo betitelt man heutzutage einen Menschen, der sich eher draufgängerisch und grob durch die Welt bewegt. Ein harter Kerl, der am liebsten mit dem Kopf durch die Wand geht und dessen äußere Schale unzerbrechlich scheint. Doch hinter dem Wort Rambo verstecken sich auch noch ganz andere Dinge. Zum einen lässt sich Rambo noch aus dem japanischen als „unstillbare“ oder „unbezwingbare Gewalt“ übersetzen. Auch soll ein amerikanischer Soldat den Namen Rambo getragen haben, der als erstes Opfer im Vietnamkrieg gefallen ist. Was verbindet man aber noch mit dem Namen Rambo? Ganz klar den gleichnamigen legendären Actionfilm 'Rambo' von Ted Kotcheff, aus dem Jahr 1982, basierend auf dem Roman "First Blood" ...
Kritik: Der Eissturm (USA 1997) – Ang Lees unterschätzter Geniestreich
Amazon Prime, Drama, Kritiken

Kritik: Der Eissturm (USA 1997) – Ang Lees unterschätzter Geniestreich

Well, it's great that we can all be together. And this Thanksgiving, no yelling, no hysteria, especially with your grandpa not here, although we miss him. Die amerikanische Gesellschaft und die mit ihr verbundene Vorstadt-Idylle mitsamt ihrer Scheinheiligkeiten wurde schon von einigen Regisseuren genauestens auseinandergenommen und in ihre oft schmerzhaft ehrlichen Einzelteile zerlegt. Interessant ist hierbei der Punkt, dass gerade Ang Lee und Sam Mendes, also zwei Nicht-Amerikanern, die besten Zeichnungen gelangen, welche die Fassaden punktgenau zerschnitten. American Beauty von Sam Mendes aus dem Jahr 1999 ist inzwischen zu Recht schon ein Meilenstein der jüngeren Filmgeschichte, doch auch Todd Fields Little Children (2006) zeigte uns die gepflegte Vorstadt und die wahren Gesichter hi...
Kritik: Sisters (USA 1972) – Brian De Palmas Schwestern des Bösen
DVD & Bluray, Horror, Kritiken

Kritik: Sisters (USA 1972) – Brian De Palmas Schwestern des Bösen

Erinnere dich! Grace Collier (Jennifer Salt) beobachtet wie ein Mann in der Wohnung gegenüber bestialisch ermordet wird. Als die Polizei nichts findet bzw. nichts finden will, macht sich Grace selbst auf den Täter zu finden. Bei der Suche stößt sie auf den Fall eines verschwundenen, siamesischen Zwillingspaares. Nicht im Geringsten fällt es leicht das zu glauben, was da auf dem Bildschirm vor sich geht. Selbst wenn man Alfred Hitchcocks Werk in und auswendig kennt und man sogar die Handlung von Sisters - Die Schwestern des Bösen (beinahe) mühelos vorhersehen kann, man glaubt es doch nicht. Schwarzer Engel (1976), Brian de Palmas Durchbruch, mag zwar die stringentere Hitchcock-Hommage sein, aber sie ist auch gefährlich nah am Plagiat. Sisters dagegen zerlegt Hitchcock in seine Einze...
Kritik: Der weiße Hai (USA 1975) – Der Schrecken der Meere jetzt im Mediabook
Abenteuer, DVD & Bluray, Horror, Kritiken

Kritik: Der weiße Hai (USA 1975) – Der Schrecken der Meere jetzt im Mediabook

Sie werden ein größeres Boot brauchen. Fragt man nach den erfolgreichsten Regisseuren aller Zeiten, dann kommt man an einem Namen nicht vorbei: Steven Spielberg. Spielberg war immer ein Qualitätsname, auch wenn diese Qualität sich mehr als nur einmal auf der visuellen Ebene breiter entfachen konnte, als auf der Filmischen. Schaut man sich die Karriere des einstigen Meisterregisseurs an, dann wird man feststellen, dass Spielberg nicht nur einen Hit in einem Jahrzehnt ablieferte, sondern gleich eine ganze Handvoll und war dabei nie nur auf ein Genre spezialisiert, sondern auf mehreren, die er für Groß und Klein dementsprechend inszenierte. Da hätten wir seine Sci-Fi-Filme Unheimliche Begegnung mit dritten Art, E.T. - Der Ausserirdische, A.I. - Künstliche Intelligenz und Minority Repor...