Schlagwort: Stefan Geisler

Kritik: Shazam! (USA 2019)
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Kritik: Shazam! (USA 2019)

  I choose you as champion. Die Geschichte des DC-Comichelden Captain Marvel aka Shazam steckt eine voller Namensirrungen und -wirrungen. Ursprünglich 1939 von dem Autoren/Zeichner-Duo Bill Parker und C. C. Beck für den New Yorker Verlag Fawcett Comic kreiert, wurde die Figur des wandelbaren Helden 1972 von DC-Comics übernommen. Aufgrund eines Rechtsstreit zwischen Fawcett- und DC-Comics im Jahre 1953, pausierte die Reihe bis zur Übernahme des Charakters durch DC vollständig. In der Zwischenzeit kreierte DC-Rivale Marvel einen eigenen Superhelden namens „Captain Marvel“ und sicherte sich die Namensrechte – Das Chaos war perfekt. Fortan durften die neuen Comics des wiederbelenten DC-Superhelden Captain Marvel nicht mehr unter dem altbekannten Namen geführt werden, auch wenn er in...
Berlinale 2019 – Blutige Handschuhe und der Kampf um die billigen Plätze
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Berlinale 2019 – Blutige Handschuhe und der Kampf um die billigen Plätze

10 Tage eingesperrt in dunklen Räumen. Die Strapazen eines Filmfestivals fördern das wahre "Ich" der Filmkritiker zu Tage. Dies ist auch auf der Berlinale nicht anders. Das Schwein im Menschen kommt spätestens dann zum Vorschein, wenn der Kampf um die besten Sitzplätze beginnt. Dass gedrängelt und geschubst wird und sich einige Leute kackdreist in die Warteschlange mogeln, bin ich inzwischen gewohnt. Bei einer Vorstellung von Flatland, dem Eröffnungsfilm der Sektion Panorama, ist jedoch etwas vorgefallen, dass ich so noch nicht erlebt habe: Im rammelvollen Kino beschloss mein Sitznachbar kurz nach Vorstellungsbeginn noch einmal seinen Sitz zu verlassen und die Toilette aufzusuchen. Ein folgenschwerer Fehler, denn just zu dieser Zeit wurden auch die Nachrücker in den Saal gelassen. Kaum w...
Berlinale 2019 – Dieter Kosslick und Hochglanz-Kitsch
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Berlinale 2019 – Dieter Kosslick und Hochglanz-Kitsch

Dieter Kosslick, Dieter KOSSLICK, DIETER KOSSLICK! Die 69. Berlinale ist am 7. Februar gestartet und es gab nur ein Thema: Dieter Kosslick. Der Mann mit dem roten Schal, der seit nunmehr 18 Jahren die Geschicke der Internationalen Filmfestspiele Berlin leitet, nimmt seinen Hut. „Gut so“, hörte man es in den letzten Jahren vermehrt aus der Ecke der Kritiker. Der Berlinale würde es an Profil fehlen, die Stars und großen Filme ausbleiben und selbst das Politische würde nur oberflächlich behandelt werden. Leider scheint es so, als würden die Kritiker auch in diesem Jahr wieder bestätigt werden, denn Kosslicks letzte Berlinale startete ohne große Stars und mit einem katastrophalen Eröffnungsfilm. The Kindness of Strangers ist eine rührselige Schmonzette, die genau so auch im ZDF-Nachmittagspr...
Kritik: Green Book – Eine besondere Freundschaft (USA 2018)
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Kritik: Green Book – Eine besondere Freundschaft (USA 2018)

Peter und Bobby Farrelly sind in Hollywood nicht gerade für ihre feingeistigen Komödien bekannt. Das Regie-Duo bevorzugte bei ihren größten Hits wie Dumm und Dümmer, Verrückt nach Mary oder Ich, beide & sie eher die Holzhammer-Methode: Zoten, Flachwitze und Slapstick definierten ihre Filme. Trotzdem waren die Arbeiten des Regie-Duos selten fies oder verletzend. Zwar zielten ihre Witze auf alles und jeden ab und trafen bevorzugt unter der Gürtellinie und dennoch wurden die Außenseiter, gesellschaftlichen Verlierer und schrägen Charaktere immer mit Herz gezeichnet. Insofern ist es eigentlich gar nicht so verwunderlich, dass sich Peter Farrelly mit Green Book – Eine besondere Freundschaft (mal wieder ein Titelzusatz des Schreckens) an einer reinen Feelgood-Komödie versucht und diese (ha...
Kritik: Creed II – Rocky’s Legacy (USA 2018)
Drama, Filme, Im Kino, Kritiken, Slider

Kritik: Creed II – Rocky’s Legacy (USA 2018)

Rocky Balboa, der Boxer mit den Eisenfäusten, ist einfach nicht totzukriegen. Selbst dann nicht, wenn Sylvester Stallone vor Altersschwäche röchelnd in den Seilen hängt und sein Alter Ego eigentlich nur noch als Mentor im Rocky-Spin-Off Creed auftreten sollte. Die Betonung liegt auf „eigentlich“, denn das Stehaufmännchen Balboa ist auch in Creed II - Rocky's Legacy nach wie vor der Star. Rocky verteilt verbale Vernunftsschellen, steht seinem Schützling mit Rat und Tat zur Seite und unterhält sich mit Grabsteinen - alles beim Alten also. Wie sehr Adonis Creed, seines Zeichens Sohn des legendären „King of Sting“ Apollo Creed, im Schatten seines Mentors steht, zeigt sich bereits daran, dass sich der Protagonist auch diesmal den Filmtitel mit Rocky teilen muss. Der Zusatz Rocky’s Legacy (Roc...
Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Stefan stellt seine Lieblinge vor
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Die besten Filme des Kinojahres 2018 – Stefan stellt seine Lieblinge vor

2018 war ein holpriges Kinojahr, was weniger an der Qualität der in Deutschland angelaufenen Filme lag, als vielmehr an der Tatsache, dass gerade während der traditionell hierzulande schwachen Sommermonate aufgrund von WM zusätzlich tote Hose im Kinoprogramm angesagt war. Und auch die Netflix bereitet mir Kopfzerbrechen, denn neben grottigen Eigenproduktionen, die der Konzern auf seine scheinbar weitestgehend anspruchslose Kundschaft loslässt, kauft der Streaminggigant Filme kurz vor Kinostart und verhindert so, dass wir diese im Kino zu sehen bekommen. Ein limitierter Kinostart, wie es im Falle von Roma geschehen ist, ist da nur ein kleiner Trost. Was gab es noch? Ach ja, Clint Eastwood ist vollkommen dem eigenen republikanischen Wahnsinn verfallen und verkauft dem Zuschauer in T...
Kritik: Loro – Die Verführten (IT, FR 2018)
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Kritik: Loro – Die Verführten (IT, FR 2018)

Der italienische Filmemacher Paolo Sorrentino hat ein Lieblingsthema, das sich wie ein roter Faden durch seine Filmografie zieht: Alte weiße Männer in überholten Machtgefügen, die vergangenen Zeiten nachtrauern. Großartig überspitzt dargestellt in dessen „La dolce vita“-Meisterwerk La Grande Bellezza (2013), einem wunderschön anzusehenden Abgesang auf die italienische Gesellschaft. Auch in Loro – Die Verführten kann Paolo Sorrentino wieder auf einen der Eckpfeiler seines Erfolges zurückgreifen: den italienischen Meistermimen Toni Servillo. Dieser gibt in Loro – Die Verführten unter Zuhilfenahme einiger Schichten Latex den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Dieser versuchte im Jahr 2008 zum vierten Mal Ministerpräsident Italiens zu werden, doch Skandale polit...
Heimkino-Kritik: Hereditary – Das Vermächtnis (USA 2018)
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Heimkino-Kritik: Hereditary – Das Vermächtnis (USA 2018)

"You didn't kill her. She isn't gone." Die Pressevorführung von Hereditary – Das Vermächtnis hielt eine Überraschung für die anwesenden Filmkritiker bereit, denn neben dem üblichen Freigetränk stand ein frischgebackener Kuchen im Kinofoyer, in dem ein großer Zettel mit der Aufschrift „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ steckte. So recht wollte sich keiner an die wohlig dampfende Köstlichkeit wagen. Kuchen im Vorfeld einer Horrorfilm-Pressevorführung? Irgendetwas konnte da nicht stimmen. Nachdem jedoch die ersten Kollegen probiert hatten und nicht mit Bauchkrämpfen auf der Toilette verschwunden waren, griff ich beherzt zu. Ein gewisses Grundmisstrauen jedoch blieb zurück. Was sollte der Nusskuchen mit dem nun folgenden Screening zu tun haben? Die unappetitliche Antwort darauf sollte i...
Kritik: Predator – Upgrade (USA 2018)
Action, Filme, Horror, Im Kino, Kritiken, Science Fiction / Fantasy, Slider

Kritik: Predator – Upgrade (USA 2018)

Der Predator ist zurück – es darf wieder geschnetzelt werden! 28 Jahre nach Predator 2 und acht Jahre nach Nimród Antals merkwürdig unbeachtetem Battle-Royale Predators gibt es den nächsten Soloauftritt des legendären Retro-Aliens. Dieses Mal darf sich Nice Guys-Regisseur und Lethal Weapon-Drehbuchautor Shane Black am Franchise versuchen – und dieser räumt auch gleich erst einmal mit einer Ungenauigkeit auf, die Fans der Serie schon seit längerer Zeit beschäftigt: Ist der Predator (Raubtier) nicht eigentlich viel eher ein Sportsjäger? Immerhin jagt der blutrünstige Killer zum eigenen Vergnügen und nicht zur Lebenserhaltung. Shane Blacks Predator - Upgrade ist vollgepackt mit zahlreichen augenzwinkernden Verweisen auf die Fankultur um das Predator-Universum. Dem Regisseur ist die Liebe zu...
Kritik: Alpha (USA 2018)
Abenteuer, Action, Filme, Im Kino, Kritiken

Kritik: Alpha (USA 2018)

Pain will journey with us. „UGH!“, so grunzt der Urzeitmensch. Die Waffen zum Kampf erhoben schieben sich martialische Körper durch archaische Landschaften. Albert Hughes (Menace II Society, The Book of Eli), der für Alpha erstmals ohne seinen Zwillingsbruder Allen hinter der Kamera stand, inszeniert trotz des erstmalig erhaltenen PG-13 Ratings gewohnt körperlich. Bereits die erste Szene, in der die gestählten Körper der Urzeitjäger in eine gnadenlose Schlacht gegen eine in Panik geratene Bisonherde geschmissen werden, lässt Erinnerungen an Zack Snyders griechischen Bodyporn 300 wach werden. Ja, Alpha will den Kinosaal mit dem Moschusduft der Mannwerdung füllen, während der Zuschauer im brachialen Bilderrausch dem Überlebenskampf des jungen Häuptlingssohnes Keda (Kodi Smit-McPhee) b...
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